Nachruf Josef Ender

Josef Ender hat uns verlassen.

Ein großer Verlust für Familie, Freunde und auch das Blindenwesen. Er war seit etwa 40 Jahren mit großen persönlichen und sozialen Engagement ehrenamtlich für den Blinden- und Sehbehindertenbund in Hessen e. V. (BSBH) tätig. Sein Handeln war durch ein hohes Maß an fachlicher und persönlicher Kompetenz, Zuverlässigkeit, Pflichtbewusstsein und Uneigennützigkeit geprägt.

Josef war sowohl im Landesausschuss des BSBH als auch auf der Bezirksgruppenebene tätig. Von 1990 bis 2009 war er 1. Vorsitzender der Bezirksgruppe Hanau und arbeitete danach sehr aktiv als Mitglied des Leitungsteams weiter.
Er trug entscheidend dazu bei, dass sich der BSBH organisatorisch sowie mit seinem Handeln und Wirken den sich gerade in dieser Zeit schnell ändernden politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen angepasst hat.
In der Bezirksgruppe Hanau des BSBH engagierte sich Josef für den Bereich des Main-Kinzig-Kreises und der Stadt Hanau mit großem Erfolg u. a. für die barrierefreie, somit auch blinden- und sehbehindertengerechte Gestaltung von öffentlich zugänglichen Gebäuden und des öffentlichen Verkehrsraums. Seit 2011 war er zudem 1. Vorsitzender des Vereins TIBS e. V., der als Förderverein der BG Hanau diente.

Auffällig bei Josef war sein unermüdliches Engagement, wenn es darum ging, die individuellen Probleme von Hilfesuchenden zu erkennen, zu analysieren und gezielt zu lösen. Es ist kaum zu fassen, dass dieser warmherzige, stets anderen zugewandte, kritisch denkende, humorvolle und so zutiefst menschliche Freund nicht mehr unter uns ist.
Seit etwa März 2024 merkte man, dass gesundheitlich etwas nicht in Ordnung war. Im Mai kam die Diagnose Krebs und im Juni folgte eine sehr aufwendige Operation. Sein unermüdlicher Kampfgeist und unschlagbarer Optimismus ließen ihn scheinbar wieder genesen, aber der Krebs war am Ende stärker.

Nach zwei verschiedenen Chemotherapien seit März dieses Jahres, die leider keinen Erfolg brachten, brach er im Juli alles ab und wollte nur noch ein bisschen Lebensqualität genießen. Das klappte gut und er fühlte sich wohl. Seit etwa Mitte Oktober ließen die Kräfte zunehmend nach und am 30.11.2025 hat er uns verlassen.
Er hinterlässt Spuren, die bleiben und alle, die ihn kannten, werden ihn nie vergessen.

Silvia Schäfer am 02.12.2025

Zeremonie für Josef

Josef hatte auch auf anderen Kontinenten gute Freunde. Darunter Sabriye Tenberken und Paul Kronenberg, welche den Förderkreis kanthari e.V. betreiben. Sie haben zum Andenken an Josef einen Eukalyptusbaum gepflanzt und ein Video der Zeremonie aufgenommen. Das Video beschreibt sie folgendermaßen:

Auf dem Video sieht man, wie Paul und ich einen Eukalyptusbaum für Josef pflanzen. Am Ende erscheint ein sehr schönes Bild, das Paul von Josef aufgenommen hat.

Das Lied, das im Hintergrund zu hören ist, wird von einer derzeitigen kenianischen Teilnehmerin gesungen. Es ist ein Lied über Freiheit und Unabhängigkeit – und ich finde, es passt sehr gut zu unserem gemeinsamen Freund. Er hat immer für Unabhängigkeit gekämpft, war ein kritischer Denker und eine durch und durch menschenfreundliche Seele.

Wir vermissen ihn sehr.

Sabriye Tenberken und Paul Kronenberg

 

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